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Zum ersten Mal in Israel?

Hier beantworte ich die fünf wichtigsten Fragen, die man sich vor einer Israelreise stellt.


1. Ist Israel wirklich sicher?

Wie aufregend - der erste Urlaub in Israel steht bevor. Wenn man seinen Freunden und Kollegen davon berichtet kommt meistens der Klassiker: "Israel? Ist das nicht gefährlich?" Als Urlaubsland ist Israel nicht weniger gefährlich als Länder rundherum um das Mittelmeer.

Ich fühle mich in Tel Aviv wohler als in deutschen Großstädten, auch nachts, wenn ich durch halbverlassene Straßen gehe. Einzig der Zentrale Busbahhof ("Tachana Merkazit") ist nicht wirklich schön und ich würde abends nicht mehr alleine hin gehen - für die Berliner, die Tachana Merkazit ist in etwa der Israelische Kotti, nur mit sieben Stockwerken und unübersichtlicher.

Sonst findet man an fast jeder Ecke Sicherheitspersonal und am Eingang zu Einkaufszentren (und sogar der Tachana Merkazit!) gibt's Taschenkontrollen und Metalldetektoren.


Raketenalarm ist leider auch ab und zu ein Thema, aber in den typischen Urlaubsgebieten bleibt man davon glücklicherweise meistens verschont. Hier ist ein aktueller Twitter-Account, der alle Red Alerts, also Alarme und die Orte, in denen der Alarm zu hören war anzeigt. Selbst wenn in den Nachrichten wieder nur das Schlimmste berichtet wird - einfach die Reiseroute mit dem Gebiet abgleichen und dann wird ganz schnell klar, dass man die Orte, die man als Tourist besucht, nicht wirklich gefährdet sind.

Im Falle eines Alarms sollte man trotzdem unbedingt ins Treppenhaus oder einen Raum weit weg von Fenstern oder Bunker gehen und selbst nach der Sirene noch einen Moment abwarten. An öffentlichen Orten haltet euch am besten an Israelis, die wissen in der Situation am besten was zu tun ist.



2. Ist die Befragung am Flughafen wirklich so schlimm?

Als jemand, der von "schnell und unkompliziert" bis "höchst verdächtig" alle möglichen Kontrollen an Israelischen Flughäfen durchlaufen hat sage ich immer noch: Wenn man bedenkt, dass es auch der eigenen Sicherheit dient ist alles halb so schlimm. ​

Bei der Einreise gibt es je nach Fluglinie schon eine Befragung in Deutschland: Was ist der Grund der Reise? Warst du schon mal in Israel? Wieso überhaupt Israel? Kennst du Leute in Israel oder in anderen Ländern im Nahen Osten? Also kein Grund nervös zu werden.

Die gleichen Fragen werden einen nach der Landung noch mal gestellt, bevor man ein kleines blaues Kärtchen bekommt - statt einem Stempel im Pass, weil der in manchen anderen Ländern im Nahen Osten ungern gesehen ist.

Noch so eine ähnliche Befragung gibt's bei der Abreise aus Israel, ebenfalls nach dem Grund der Reise, ob man möglicherweise Geschenke von Bekannten bekommen hat, um sie nach Deutschland zu transporieren und ähnliches. Zu Trainingszwecken oder als Alleinreisende*r wird man manchmal auch etwas detaillierter befragt, aber wenn man ehrlich antwortet und sich nicht verdächtigt, ist das auch nicht weiter schlimm.



3. Wie komme ich vom Flughafen nach...

Jerusalem: Wochentags (Achtung, von Sonntag bis Donnerstag!) mit dem Zug - der Bahnhof Itzhak Navon ist direkt am Busbahnhof mit allen wichtigen Verbindungen innerhalb Jerusalems. ​ Tel Aviv: Am einfachsten per Bus, Abfahrt jede volle Stunde am Flughafen, durch die Stadt, am Strand entlang nach Riding. 24 Stunden, außer Shabbat (Freitag 17:00 bis Samstag 21:00 Uhr). ​ Haifa: Mit der Bahn Richtung Nahariya, Abfahrt alle halbe Stunde. ​ Am Shabbat gibt es Sheruts (Sammeltaxis) nach Jerusalem und Haifa. Die Minibusse stehen vor dem Haupt-Ausgang am Ben Gurion Flughafen und fahren ab, wenn sie voll sind.


Man kann in Bussen in Tel Aviv und Jerusalem nicht mehr mit Bargeld bezahlen - ab sofort gibt es am Flughafen und an allen Bahnhöfen, größeren Bushaltestellen und Kiosks die Rav Kav-Karte. Jedes Mal, wenn Geld auf die Karte gebucht wird, bekommt man 20% des Betrags dazu, neu ist auch die Rav Kav für Touristen mit Vergünstigungen zu National Parks, mehr Infos hier. Mit der Rav Kav kann man Tages-, Wochen- und Monatskarten für die unterschiedlichen Regionen kaufen. Alle Details dazu hier.

Neben den Regionen gibt es auch überregionale Tickets, die man am einfachsten am Automaten oder Schalter an Bahnhöfen bekommen kann. So kann man zum Beispiel eine Tageskarte für die Regionen Tel Aviv (Gush Dan) und Haifa buchen und so für 40 Shekel alle öffentlichen Verkehrsmittel in den Regionen südlich von Tel Aviv bis nach Nahariya benutzen. Die Infos sind auf der oben genannten Website etwas versteckt zu finden: Klicke am besten auf "Tel Aviv", wähle das Zentrum (Gebiet 1), dann oben rechts auf "Daily Pass", dann erscheinen ganz unten die Möglichkeiten für z.B. das komplette Gebiet Tel Aviv + Jerusalem, Haifa + Tel Aviv, etc., sowie ganz Israel. ​ Achtung: Tageskarten sind nicht 24 Stunden gültig, sondern immer bis zum Betriebsende (ca. Miternacht oder 1 Uhr nachts). Monatskarten gelten vom Kaufdatum an 30 Tage.



4. Wie ist es, selbst zu fahren?

Mich hat es einige Überwindung gekostet, aber wenn man defensiv fährt und sich an die Israelischen Fahrer gewöhnt hat, ist es ganz ok.

Aus eigener Erfahrung ging es bis jetzt immer am schnellsten, schon von Deutschland aus über ein Mietwagenportal zu buchen, es ist aber auch spontan vor Ort möglich. Zum Anmieten genügt ein gültiger EU-Führerschein. Autos, die bei Firmen in Israel angemietet wurden sind in der West Bank nicht versichert. Es ist allerdings möglich, auf der Route 1 von Jerusalem ans Tote Meer zu fahren, auch auf der 90 von Beit Shean aus - leider fällt der Abstecher nach Jericho mit einem Mietwagen aber weg. ​ Die Richtgeschwindigkeit außerorts in Israel ist 90kmh, auf der Route 6 sind 110kmh erlaubt. Israel lässt sich wunderschön mit Mietauto erkunden, obwohl man unbedingt vorsichtig sein sollte, weil Rechtsfahrgebot und Mindestabstand von den meisten nur als ein Vorschlag verstanden wird.

Außer den Carmel Tunnels in Haifa ist Route 6 die einzige Straße, die Maut kostet. Der Betrag wird beim Abfahren berechnet und später über die Mietwagenfirma in Rechnung gestellt.



5. Brauche ich Schekel?

Vor einer Israelreise ist es nicht unbedingt notwendig, schon zuhause Geld zu wechseln. Die teuren Wechselstuben am Flughafen sollte man auch meiden - man kann eigentlich überall mit Kreditkarte bezahlen, selbst am Snack-Automaten. In den Städten gibt es an vielen Ecken verschiedene Wechselstuben, hier lohnt es sich ein paar zu vergleichen, um den bestmöglichsten Kurs zu bekommen. ​ Es ist auch möglich, mit einer Giro-Karte Geld direkt abzuheben. Bei manchen Banken muss im Voraus geklärt werden, welche Länder verfügbar sind. Aber dann geht es einfach am Automaten von Leumi und Beinleumi (evtl. mittlerweile auch andere) oder am Schalter, mit Kreditkarte und Reisepass. Da nicht vergessen, vorher eine Nummer zu ziehen.