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Adieu, Rav Kav

*** Ein wichtiger Hinweis vorneweg *** Alles, was ich im Text beschrieben hab, habe ich so selbst ausprobiert - allerdings auch mit einer israelischen Kreditkarte, Ausweisnummer und NFC-Funktion im Handy.

Im Moment sieht es so aus, als ob es nur mit einer israelischen Telefonnummer + Kreditkarte funktioniert, ich werde den Beitrag aktualisieren, wenn er für hoffentlich bald auch für Touristen relevant wird.


In den letzten Jahren war es in Israel unömglich, ohne eine Rav Kav-Karte Bus zu fahren. Die Karte musste man umständlich an Kiosks (und wenn man eine persönliche Fahrkarte möchte, an ausgewählten Bahnhöfen) kaufen, und checken, wie viel auf der Karte ist, konnte man beim Entwerten der Fahrt oder ganz umständlich mit einer eigenen App. Und man musste schon morgens wissen, wie viele Fahrten man wohl an einem Tag machen wird, sodass sich eine Tageskarte lohnt. Solange man ein Handy mit Datenvolumen in Israel und eine Kreditkarte hat, wird es jetzt leichter!


Ab 1. August gab es eine Reform, was die Regionen und Preise betrifft, alles ist etwas vereinfacht und in vielen Fällen günstiger. Das hat Reiseleiterin Ushi Engel ganz klar verständlich in ihrem Blog beschrieben (überhaupt eine große Empfehlung!). Mit dieser Reform kamen auch unterschiedliche Apps, die einem das Leben erleichtern sollen, ich hab eine Variante ausprobiert:




HopOn Rav Pass

Die App kann man für Android und iPhone herunterladen und was vor allem für Urlauber ganz schön ist, ist, dass sie nicht nur in Hebräisch und Arabisch, sondern auch in Englisch und Russisch verfügbar ist. Außerdem zeigt die App den aktuellen Standpunkt und eine Liste von Bussen in der Nähe.


Die Nutzung ist kinderleicht, man gibt eine gültige Kreditkarte an, wovon die Fahrten am Ende des Monats abgerechnet werden, und steigt in den Bus. Anstatt seine Rav Kav ablesen zu lassen, scant man einen QR-Code, entweder auf dem Sticker, geradeaus beim hinteren Eingang, oder auf den Kartelesegeräten.

Wenn der Code gelesen wurde, weiß die App automatisch, an welcher Station wir einsteigen, man wählt, wieviele Tickets man möchte und bestätigt.

Zur Fahrkartenkontrolle zeigt man die aktiven Tickets, die unten im Bildschirm eingeblendet werden (im Screenshot grün).


Das ganze funktioniert natürlich nicht nur im Bus, sondern auch in der Bahn, Straßenbahn und (in Haifa) in der U- und Seilbahn. Vor ein paar Tagen konnte ich die Light Rail in Jerusalem direkt ausprobieren, statt einen Code zu scannen hält man da das Handy einfach an das Kartenlesegerät und aktiviert sein Ticket.



Am Bahnhof wählt man beim Einsteigen vor den Schranken, dass man mit dem Zug fährt, um die Fahrt zu starten, scant man den QR-Code, der auf dem Handy angezeigt wird an der Schranke, die sich öffnet und das Ticket wird aktiv (hier unten am Bildschirmrand in blau).

Wenn man ausgestiegen ist und wieder durch die Schranke möchte, genau das gleiche, man bekommt wieder einen Code auf dem Display, den man scannt und so den Bahnhof verlassen kann.


Das eigentlich schöne an der App ist, wie die Fahrten abgerechnet werden. Man muss nicht morgens schon wissen, ob sich eine Tageskarte lohnt, oder welcher Tarif überhaupt gerade der passendste wäre. Wo ich früher für 4 einzelne Fahrten über den Tag verteilt insgesamt 24 Shekel bezahlt hätte, merkt die App jetzt, dass sich ab 12,50 Shekel eine Tageskarte gelohnt hätte und berechent automatisch den günstigeren Preis.

Dass man innerhalb 90 Minuten so viel umsteigen kann wie man will und auch in die entgegengesetzte Richtung fahren kann, ist gleich geblieben.

 

Wer übrigens gerade Urlaub in Israel macht und diese Methode mit einer ausländischen Kreditkarte benutzt - ich würde mich über euer Feedback freuen, ob alles wirklich so klappt, wie bei mir!


Ich werde übrigens nicht von dieser App bezahlt - für mich ist sie gerade nur die eierlegende Wollmilchsau der öffentlichen Verkehrsmittel. :)

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